Snookerreise nach England

In der Gründungsphase vor einigen Monaten kam unserem 1. Vorsitzenden, Sven, die Idee eine Snookerreise nach England zu organisieren. Diese Idee ist von allen Mitgliedern sehr positiv aufgenommen worden. Da die Reise allerdings aus Termingründen unter der Woche stattfinden musste, fanden sich letztendlich drei Snookerbegeisterte, die ins Mutterland des Snookersports reisen konnten.

Das zweitägige Programm bestand durchweg aus Höhepunkten, die ein Snookerfan nicht verpassen darf.

Am 1. Tag stand mittags ein 3-stündiges Training bei Patsy Fagan auf dem Plan. Am Abend ging es zur Snooker Premier League. Der Spielplan versprach tolle Partien: Ding Junhui – Mark Selby und Shawn Murphy – Ronnie O’Sullivan.

Am 2. Tag war ein Besuch beim anerkannt besten Snookerqueuehersteller John Parris geplant. Danach ging es noch in einen lokalen Snookerclub um ein paar Bälle zu spielen und die Coachingvorschläge von Patsy in die Tat umzusetzen.

Nur Insidern ist Patsy Fagan als Snookerspieler ein Begriff. Den Höhepunkt seiner Karriere hatte er in den 70er und 80er Jahren, als es ihm gelang die UK Championship 1977 zu gewinnen. Auch ein Maximum Break gehört zu seiner Biografie als Spieler. Als Coach hat er derzeit bekannte Spieler wie Martin Gould unter seinen Fittichen. Drei Stunden lang nahm sich Patsy Zeit um jeden einzeln zu coachen und in Sachen Stosstechnik und Positionsspiel zu verbessern.

Mit guten Tips waren erste Verbesserungen erkennbar.

Zwischendurch nahm Patsy ebenfalls das Queue in die Hand um Stßsse vorzuführen und besonders das Positionsspiel durch den Lauf der weißen Kugel zu zeigen.
Dabei konnten wir uns nie ein Schmunzeln oder Grinsen verkneifen, denn Patsy’s Können ist immer noch beeindruckend.

Gegen 16 Uhr war es dann leider schon soweit – die Trainingszeit ging zu schnell vorbei.

Danach ging es gleich weiter durch die Rush-Hour von London, nach Brentwood in Essex zur Premier League.

Es ist faszinierend die Profis live beim Spiel zu sehen, Stand und Stosstechnik setzen sie nahezu in Perfektion um. Speziell Ding Junhui schien mit höchster Präzision zu spielen und hatte einen guten Tag erwischt. Mark Selby sah etwas nervös aus und war bei seinem Spiel nicht 100%ig sicher. Nichtsdestotrotz lag er im letzten Frame auf Maximumbreak-Kurs, nach der 13ten Schwarzen war dann leider Schluß und er musste sich Ding 2-4 geschlagen geben.

Danach trat Lokalmatador Ronnie gegen Shawn Murphy an, der sich in der Sun kritisch über Ronnie geäußert hatte. Somit war die Atmosphäre erhitzt und die Sympathien klar verteilt.
Shawn spielte solide, doch alles wirkte etwas verkrampft. Ronnie spielte leicht auf, vielleicht schon zu lässig.

Besonders zu sehen war das als er die Kreuz-Verlängerung schwebend über der braunen Kugel hielt um die weiße Kugel anzuspielen. Er verschoß den grünen Ball beim Endspiel auf die Farben und Shawn räumte darauf den Tisch ab. Einige brillante Bälle von Ronnie gab es dennoch zu sehen und am Ende stand es 3-3 unentschieden.

Unter den insgesamt 12 Frames, die die vier Profis spielten, waren einige sehenswerte Breaks dabei. Zwei Centuries gab es zu sehen von Ding und Ronnie, weitere Breaks über 90 gab es ebenfalls.

Das obligatorische Foto mit den Profis war leider verwackelt – hier Alex mit Shawn Murphy.

Ein Super-Snookertag ging zu Ende und nach einem Bier im Pub fielen alle müde ins Bett und träumten vom ersten eigenen Century oder Maximum *lach*.

Am nächsten Tag ging es zu John Parris.

Wir trafen den Meister des Queuebaus und erzählten ihm von unserem neu gegründeten Snookerverein. Wir baten ihn um Infomaterial und kamen so etwas mit ihm ins Gespräch.

Laut John ist nach einer Flaute Snooker wieder im Aufschwung, was sich auch positiv bei seinem Geschäft bemerkbar macht. John ist sehr beschäftigt und nachdem wir das Infomaterial erhalten hatten wollten wir ihn nicht länger von der Arbeit abhalten.

Nach ein paar Stunden Spiel im Grove Snookerclub in Romford ging es dann wieder zurück nach Deutschland.

Wir waren alle begeistert von der Reise und den aus England mitgenommen Eindrücken und waren uns sicher, dass das mit Sicherheit nicht die letzte vom Snookerclub Heidelberg organisierte Reise in Sachen Snooker war.